SAP Stammtisch MD
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Maschinen laufen, Daten sind da – doch Transparenz fehlt. Unterschiedliche Systeme, gewachsene Schnittstellen und Excel-Listen erschweren den Überblick im Shopfloor. Die Asset Administration Shell (AAS) strukturiert Informationen standardisiert und semantisch eindeutig – für weniger Abstimmung und mehr Klarheit in der Produktion.
Die interne und externe Maschinenkommunikation einer Fabrik kann schnell unübersichtlich werden. Wann genau ist eine Maschine mit einem Produktionsauftrag fertig? Wie viele Transportfahrzeuge stehen aktuell zur Verfügung? Diese Informationen sind in der Regel vorhanden – sie wachsen jedoch nicht auf Bäumen, sondern verbergen sich im Dickicht gewachsener IT-Strukturen, proprietärer Schnittstellen und isolierter Datenquellen. Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich Maschinen-, Auftrags- und Zustandsdaten so strukturieren, dass sie systemübergreifend eindeutig verstanden werden – ohne individuelle Schnittstellenprojekte für jeden Anwendungsfall?
Seit einigen Jahren wird der Digitale Zwilling als Lösungsansatz diskutiert: Alle relevanten Daten eines Assets an einem zentralen Ort gebündelt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass ohne einheitliches Informationsmodell häufig lediglich eine weitere Datenaggregation entsteht – mit zusätzlicher Komplexität statt Klarheit.
Die Asset Administration Shell (AAS) definiert den standardisierten Digitalen Zwilling. Durch klar spezifizierte Schnittstellen (z. B. APIs) und strukturierte Submodelle werden Informationen eines Assets einheitlich organisiert. Branchenübergreifende Spezifikationen sorgen dafür, dass gleiche Informationen an vergleichbaren Stellen abgelegt sind.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Semantik: Eigenschaften erhalten eine eindeutige Bedeutung. Über standardisierte Merkmale und öffentlich verfügbare Semantikbibliotheken können Werte eindeutig beschrieben und maschineninterpretierbar referenziert werden. Damit wird sichergestellt, dass unterschiedliche Systeme dieselben Daten nicht nur austauschen, sondern auch identisch verstehen.
Der Ansatz ist kein Allheilmittel und ersetzt keine saubere Systemarchitektur. Richtig eingesetzt schafft die AAS jedoch Struktur, Transparenz und eine belastbare Grundlage für interoperable Produktionsprozesse.